Vereinsbeiträge

Helvetia Contest H26 2018

Bewertung: 5 / 5

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Der H26 schien, besonders vom Wetter her dieses Jahr eine tolle Sache zu werden. Das Material hatte ich schon am Vorabend grösstenteils in meinem T4 verstaut, so dass ich am Morgen nur noch den Kleinkram packen musste. Dieses Mal machten wir auf "ÖV" und so packte ich erst Michi, HB9FOM und dann in Luzern Michi HB9TWD ein. Fast perfekt trafen wir an der Talstation des Niederbauens ein. André, HB9EUI der uns auch dieses Jahr unterstützt war auch schon eingetroffen und Christof, HB9TZU trudelte auch gerade ein. Die Bahn wurde in zwei Schüben geentert und schon waren wir im Berggasthaus Niederbauen angekommen.

Auch die Gleischirmflieger genossen das Wetter, trotz dem Bergwind. Einige mussten ganz schön rennen, bevor sie in die Höhe kamen.

Zeitlich waren wir gut im Rennen und konnten uns mit dem Aufbau der Antennen Zeit lassen. Dieses Jahr setzten wir zum ersten Mal die 18m Spiderbeam als Vertikal, mit dem SG-230 und André's "Folding Antenna" ein. Wir erhofften uns mit dem 18m Mast sehr gute Resultate auf 160m und 80m, die Folding Antenna sollte uns auch ein paar Stationen aus weiteren Destinationen ins Log bringen.

Nach dem Mittagessen legten wir mit dem Aufbau los. Die Vertikal stellten wir an der äussersten Ecke des Balkons am Geländer auf, für die Montage hatte ich extra eingesägte Holzstücke  mitgebracht. Trotz des leichten Windes neigte sich der Spidermast nur wenig talwärts, der SG-230 wurde angeschlossen und die Masse mit der Stahlkonstruktion des Balkons verbunden.

Christof und André entschlossen sich, die Folding Antenna etwas erhöht am Bergweg über dem Restaurant zu Installieren. So war ein "Outtake" in Richtung Nordamerika gewährleistet, ohne direkt durch die Hotelzimmer zu "schiessen". Zum Glück verwenden wir satte 50m Coax-Kabel, nur noch ein kleines zusätzliches Stück mit dem Ringkern musste eingeschleift werden um die Antenne auf 4m Höhe anzuschliessen. Der Beam wurde kurz ausgemessen und die Daten waren gar nicht so schlecht wir befürchtet.


Unterdessen hatte sich Michi, HB9TWD dem Aufbau des Shack's gewidmet. Die Panoramastube des Bergrestaurant Niederbauen ist immer wieder ein Erlebnis. André, welcher zum ersten Mal mit uns auf dem Niederbauen im Kanton Nidwalden war, zeigte sich Beeindruckt von der Aussicht. Erste Versuche mit den Antennen zeigten, dass alles so lief wie gewünscht und diese uns gute Resultate bescheren sollten.

Pünktlich konnten wir uns in den H26 stürzen, die Antennen funktionierten und die 50-QSO-Marke wurde so schnell wie noch nie erreicht! Kurz vor dem Nachtessen besuchte uns noch "der älteste Urner". Eigentlich hätte er auch auf der anderen Bergseite bleiben können, mir wäre es Egal gewesen, denn schlagartig erhöhte sich die Windgeschwindigkeit auf um die 80km/h! Dies bekam dann leider dem 18m Mast nicht wirklich gut, denn er war ja am oberen Geländer-Rohr auf ca. 1m abgestützt, eine Abspannung hätte da nichts gebracht. Vorsichtig demontierten wir den Fiberglas-Mast um Verlezungen zu vermeiden. Es zeigte sich, dass wirklich bloss das unterste Segment geborsten war, die Elemente liessen sich auch komplett ineinander einschieben. Der Druck wurde trotz der Spezialhölzer zu gross und der Mast stürzte splitternd Richtung Tal! Das war sie nun also gewesen, die wunderbare 18m Vertikal.

Zum Glück hatten wir noch die "Folding Antenna", während die einen auf das Essen warteten, Funkten die anderen noch etwas weiter. Christof hatte die geniale Idee, den Tuner nur noch mit einem horizontalen Draht zu betreiben. So verwendeten wir die ersten vier Segmente des 12m Spidermastes, welcher ich als Reserve mitgenommen hatte, als robuste Mastbasis um den Draht wenigstens ein paar Meter Vertikal in die Höhe zu bekommen. Die restlichen 16m Litze wurden von der Mast-"Spitze" Horizontal an den Berg gezogen und isoliert an einem Pfahl befestigt. Wie sich später zeigen sollte, schien dies gar nicht so schlecht zu funktionieren, denn der Tuner hatte keine Mühe den Draht auf ein vernünftiges SWR heran zu biegen.

Wir hatten unser Nachtessen nun definitiv verdient, und genossen Christine's Küche bis zum Glace, so dass wir mit vollen Bäuchen wieder ans Funkgerät hocken konnten.

Die ersten Versuche zeigten, das diese zwanzig Meter Horizontaldraht doch gar nicht so schlecht funktionierten. Man durfte davon aber keine Wunderresultate erwarten, das war uns sicherlich bewusst. Aber wir hatten ja noch die "Folding Antenna", welche ganz gut Funktionierte. Doch konnte die Notantenne unsere Vertikal sicherlich nicht ersetzen, erst recht nicht auf den klassischen Nachtbändern. Auf 160m und 80m konnten wir fast keine Verbindungen herstellen, leider setzten wir für unser gutes Abschneiden genau auf diese Multi's und Punkte!


Dann aber der Hammer, denn auf dem Drähtchen gelang uns ein QSO mit Kuzo, JH3NGD schlappe 9485km von uns weg! Unser ODX! Wir nahmen uns die Zeit für einen kurzen Schwatz und schilderten unsere Antennensituation. Sein mehrfach wiederholtes "verry gooood, verry gooood" war eine grosse Freude und wird mir sicherlich in Erinnerung bleiben!

Richtung USA wurden doch einige QSO gemacht, auch Vancouver in Kanada, 8320km weit weg an der Westküste des nordamerikanischen Kontinentes fand ins Log. Die ersten, welche früh aufstehen wollten gingen um Mitternacht ins Bett und während draussen der Urner um das Berggasthaus pfiff, suchten wir noch ein paar Stationen mit NW zu beglücken. Wir stellten den Betrieb etwas nach Eins ein, und begaben uns noch auf einen Kontrollgang zu Folding Antenna.Das war ja schon extrem, der starke Wind und die Kälte liessen meine Zähne schnell mal klappern! Alles war OK und wir richteten den Beam noch gegen Australien, damit die Morgen-Crew gleich loslegen konnte.

Die Frühtruppe musste nach einigen Verbindungen feststellen, dass etwas mit der Antenne nicht stimmen konnte, denn das SWR war nicht mehr wirklich berauschend. Ein Kontrollgang zeigte die Bescherung, der Urner hatte ein weiteres Opfer gefunden und Gelenke der Folding Antenna zerbrochen. Bei starkem Wind wurde im Morgengrauen also auch diese Antenne zusammengeräumt um weitere Schäden an dieser zu vermeiden.So konnte nur noch Betrieb mit dem Not-Draht am SG-230 gemacht werden, was interessanterweise doch nicht so schlecht funktionierte.

Am Frühstück wurde unsere Antennensituation durchgesprochen und wir entschlossen uns es bei der Drahtantenne zu belassen, aber das nun nutzlose Equipment zusammenzupacken.

Während wir nun also weiter mühsam die einzelnen Stationen zusammenpflückten konnte wir beobachten, dass der Wind immer heftigere Böen über den Niederbauen trug. Die Gondelbahn, welche über 60km/h nicht mehr aus der Station gefahren werden kann, brachte eine erste und vorerst letzte Personenfracht ins Tal, dann war Schluss! Der Wind musste mindestens 10 Minuten unter den 60km/h sein, damit die Gondel überhaupt wieder angefahren werden konnte. So entschlossen sich die ersten Gäste, den 2 1/4 stündigen Weg ins Tal unter die Wanderschuhe zu nehmen, liessen jedoch ihr Gepäck in den Gondel zurück.

Kurz vor Mittag schien sich der Föhn wieder etwas zu beruhigen, und die Chefin verlies mit der Angestellten Fluchtartig das Gasthaus Richtung Tal. Wir hielten einen kurzen Rat ab, denn die Möglichkeiten den Niederbauen am späteren Nachmittag noch verlassen zu können, schwanden ob des aktuellen Wetterberichtes! Es stand also zu Debatte, das Gepäck nach dem Kontest in der Gondel zu deponieren und ebenfalls zu Fuss den Weg ins Tal anzutreten, oder den Kontest abzubrechen. So war der Entschluss schnell gefasst, die erstmögliche Gelegenheit zu ergreifen um mit der Gondel in das Tal zu gelangen.

Zum Glück hatten wir die Antennen (gezwungenermassen) schon abgebaut, so mussten nur noch der Tuner, Netzwerkkabel und das H2007 eingerollt werden. Hurtig wurde auch der Shack in den Edak-Kisten verstaut, alles so schnell wie möglich in der Gondel deponiert und die Rechnungen beglichen. Wir hatten wirklich Glück, denn wie gerufen sank die Windgeschwindigkeit für die geforderten 10 Minuten unter die 60km/h und die Gondel konnte mit uns an Bord aus der Station gefahren werden!

Die Fahrt dauerte etwas länger wie sonst, doch war uns das definitiv egal, Hauptsache im Tal unten! Das Schild an der Talstation stand schon auf "Geschlossen", da hatten wir ja wieder mal richtig "Glöggli" gehabt! Wir entschlossen uns dazu, den H26 noch zusammen im Restaurant Tell in Seelisberg mit "Älplermaggaronen" im Holzschuh ausklingen zu lassen.

Fazit:
Sicherlich der Kontest mit unseren grössten Ambitionen was die Antennen anging, doch den wenigsten Punkten, welche daraus resultierten. Aber was den Spass und besonders den Erlebniswert anging, trotz den materiellen Einbussen: Ungeschlagen!

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